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EMV Grundlagen

WAS BITTE BEDEUTET EMV?

Was ist eigentlich EMV? - Eine Definition

Eigentlich sollte EMV, ElektroMagnetische Verträglichkeit, wirklich nicht schwer zu verstehen sein, aber Sie wissen ja, der Teufel liegt immer im Detail. Lassen Sie uns Ihnen das Thema etwas näher erläutern. Der "allwissende" Fachexperte sehe uns bitte dabei einige "unwissenschaftliche" Vereinfachungen nach.

Der Begriff EMV bezeichnet nichts anderes, als dass ein elektrotechnisches Produkt in seiner Umgebung zufriedenstellend funktioniert und nicht durch irgendwelche Störungen aus der Nachbarschaft oder weiteren Umgebung elektromagnetisch beeinflusst wird und andererseits selbst keinerlei Störungen erzeugt, die in dieser Umgebung eine Störung, d.h. elektromagnetische Beeinflussung hervorrufen. Mit anderen Worten kann man sagen, dass es bei der EMV um die Störaussendungs- und die Störfestigkeitsproblematik von elektrotechnischen Produkten und Einrichtungen untereinander geht. Dabei sind immer geleitete und gestrahlte Störaussendungs- und Störfestigkeitsproblematiken gleichermaßen beeinhaltet.

Der Begriff EMV umfasst allerdings nicht die Wirkungen elektromagnetischer Wellen (ob gewollt oder ungewollt) auf biologische Systeme. Dies ist ein noch viel weiteres Feld und wird mit dem Begriff "EMVU" ( "U" für Umwelt) beschrieben, das aber hier und heute nicht unser Thema sein soll und auch nicht Thema von EM TEST ist.


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Wie alles begann - Die Geschichte der EMV ...

Lassen Sie uns in die Historie gehen, denn so alt ist die EMV noch nicht.

Wir alle leben mit unserer Geschichte. Auch in der EMV ist das so. Sie wissen vielleicht genauso wenig wie viele der selbsternannten "Fachleute der EMV" wie es alles begonnen hat? Wir möchten einmal versuchen, Ihnen die Kurzfassung zu geben. Nicht ganz komplett aber doch die Geschichte unserer EMV Technik in groben Zügen.

Die neue Ära begann 1892 als der Deutsche Reichstag das "Gesetz über das Telegraphenwesen des Deutschen Reiches" verabschiedete. Man hatte damit das erste Gesetz auf der Welt geschaffen, das sich unter anderem mit der Auswirkung von elektromagnetischen Störungen auf Geräte und Installationen des Telegraphenwesens befasste und die Vorgehensweise beim Auftreten solcher Störungen regelte. Man hatte damals schnell festgestellt, dass Elektrokabel sich gegenseitig stören und besonders negativ waren diese Auswirkungen beim Telegraphen- und Fernsprechverkehr. 1893 war das Gründungsjahr des Verbandes der Elektrotechniker Deutschlands und Wilhelm von Siemens war einer der Unterzeichner der Gründungsurkunde der Vorgängerorganisation des heutigen VDE in Deutschland.

Vor 110 Jahren war unser Arbeitsgebiet trotzdem noch kein großes Thema, aber das änderte sich schlagartig mit dem Abend des 22. Dezember 1920 als das Weihnachtskonzert der Postbeamten des Reichssenders in Königs Wusterhausen südöstlich von Berlin ausgestrahlt wurde. Man sang und sendete damals live vom "Funkerberg" am Ort. Beim Empfang der Sendung im nahegelegenen Schloss von König Wusterhausen im Beisein von Reichskanzler Herman Müller machten sich die Funkstörungen der vorfahrenden Automobile als Knackgeräusche im Lautsprecher äußerst störend bemerkbar. Der Herr Reichskanzler war nicht sehr amüsiert und man musste auf höchsten Befehl unbedingt entsprechende Abhilfe schaffen. Die Stunde der "Funk(en)störung" bzw. "Funk(enent)störung" hatte geschlagen. Später sollte man das Thema "EMV" nennen.

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EMV-Normung in der Vergangenheit: Erste Schritte in Richtung Normung ...

Deutschland war Vorreiter in den neuen Techniken zur Behebung von "Funk(enent)störungen". International brauchte man da noch etwas und erst im Jahre 1933 kam es in Paris zur Gründung des Internationalen Komitees für die Funkentstörung, besser bekannt als CISPR. Erst ab Mitte der 60er Jahre des 20 Jahrhunderts machte man sich dann konkretere Gedanken zur Störfestigkeit elektrotechnischer Produkte. 1973 wurde durch die Internationale Elektrotechnische Kommission, die IEC, das Technische Komitee TC77 gegründet, das sich ausschließlich mit EMV befaßt.

Bereits im 2. Weltkrieg allerdings machte man sich das Wissen über die militärische Anwendung elektromagnetischer Wellen sowie über die Störungen dieser Wellen zunutze. In diese Jahre fiel auch die Geburtsstunde der Radartechnik. Aber nicht nur die neuen Kommunikationstechniken, Rundfunk-, Fernseh- und Funkmesstechnik verlangen nach elektromagnetischer Verträglichkeit dieser Techniken sondern insbesondere die Miniaturisierung von der Röhre über den Transistor bis hin zu modernsten VLSI Schaltkreisen ließ EMV unabdingbar werden.

Auch die Gesetzgebung und Normung zog mit und wurde der Technik angepasst.

Nehmen wir noch einmal das Beispiel des Vorreiters Deutschland zur Hand. Dort wurde 1927 die erste Fassung des "Deutschen Hochfrequenzgerätegesetzes" erlassen. Die Forderungen des Herrn Müller hatten Früchte getragen auch wenn dies fast 7 Jahre gedauert hatte. Das neue Gesetz wurde mehrmals nouvelliert und den neuesten Entwicklungen der Technik angepasst. Es war bis zum Sylvesterabend 1995 gültigt, denn erst zum 01.01.1996 trat das Deutsche EMV Gesetz, basierend auf der Rahmenrichtlinie der Europäischen Union, in Kraft.

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... und heute: Die Funktionssicherheit Ihrer Produkte ist abhängig von der EMV

Ohne EMV ist heute kein elektrotechnisches Produkt und keine Installation machbar. Dabei geht es nicht nur um ganz normale und alltägliche Produkte wie Radios, Fernseher, Computer, Telefone, Waschmaschinen usw. sondern auch gerade um komplexe elektrotechnische Produkte. Autos, Flugzeuge, Schiffe und Großinstallationen haben erhebliche EMV-Probleme. EMV-Probleme in einem chemischen Großbetrieb, einem Flughafen oder in einem Kernkraftwerk wünscht niemand.

Man könnte andererseits aber, weil ja schon viel getan wurde, denken: Irgendwann haben wir es bestimmt einmal geschafft und alles ist im Griff und elektromagnetisch verträglich. Leider Fehlanzeige, denn dem ist nicht so und jede Generation junger Ingenieure und Techniker muss sich dem Thema EMV in neuen elektrotechnischen Produkten und Installationen auch erneut stellen. Die Praxis dazu erlernt man leider nicht an einer Universität oder Fachhochschule. Das geht nur mit vielen Jahren Praxiserfahrung oder/und unserer Hilfe.

EM TEST bleibt in dieser Zeit die Aufgabe der EMV-Wissensvermittlung und auch die Erinnerung der Jugend und der Neulinge in unserem Fachgebiet an die Anfänge des Ganzen. Nur wer seine Quellen kennt und unsere Quellen sind die EMV Grundlagen, weiß auch wohin er zu gehen hat. Wir kennen die Thematik von Beginn an und werden Ihnen helfen, sie besser zu verstehen. Gehen wir ein gutes Stück gemeinsam diesen Weg und halten wir Kontakt. Mit dem Lesen dieses Textes haben Sie bereits den ersten Schritt zu uns getan.

Diethard E.C. Möhr

Siemens AG,
Leiter Referat EMV, Erlangen/Deutschland
Sekretär IEC TC77 EMV

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